Nicht nur im Dschungelcamp lassen sich Insekten essen

Mein Name ist Dennis Besseler und ich möchte dazu beitragen, dass die menschliche Ernährung ökologischer gestaltet wird. Dazu bin ich schon viel durch die Welt gereist und habe fremden Völkern in die Kochtöpfe geschaut. Im Dschungelcamp war ich zwar noch nicht, dafür kenne ich mich mit dem brasilianischen Regenwald und essbaren Insekten aus. Alles begann damit, dass ich mit meinen Freunden bei Greenpeace in einer Jugendgruppe die Yanomami-Indianer studierten. Ich war fasziniert von diesem Naturvolk, das sich bis heute nicht der Zivilisation angepasst hat. Die Yanomami-Indianer sind noch echte Jäger und Sammler, die ausschließlich von dem leben, was ihnen der Regenwald bietet.

Schnell war für mich klar, dass ich selbst so leben wollte wie die Indianer. Also nahm ich im Alter von 14 Jahren an meinem ersten Survival-Training teil. Ich war begeistert. Neben wichtigen Einblicken in die Kräuter- und Pflanzenkunde lernte ich, mich in unbekanntem Terrain ohne Ausrüstung zu orientieren. Das war weit mehr als ein harmloser Pfadfinderausflug. Hier ging es darum, wie ich mir in der Wildnis ohne Hilfsmittel ein Notlager bauen und wie ich Wasser und Nahrungsmittel finden konnte. Was die Erwachsenen reichlich Überwindung kostete, war für mich ein Riesenspaß: Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich Insekten essen.
Ja, Sie haben richtig gelesen! Es gibt essbare Insekten, und zwar eine Menge davon. Außerdem sind die Krabbeltierchen sogar hochwertige Nährstoffbomben. Sie enthalten zwar nicht ganz so viel Protein wie Fleisch, dafür aber reichlich Kalzium und Eisen sowie einen geringen Teil Kohlehydrate. Durch diese Nährstoffkombination ist das Protein für den menschlichen Körper viel leichter zu verwerten. Insekten sind also für eine ausgewogene Ernährung besonders gut geeignet. Naturvölker wie die Yanomami-Indianer wissen davon. Doch auch in vielen anderen Teilen der Welt stehen Insekten auf dem menschlichen Speisezettel. Über 1400 verschiedene Insektenarten werden in mehr als 110 Ländern gegessen. Nur in Europa tun sich die Menschen besonders schwer mit der Vorstellung, dass sie Insekten essen könnten.
Ich habe das nie verstanden und direkt nach meinem ersten Survival-Training auch in Deutschland Insekten gegessen. Zuerst habe ich mit meinen Freunden aus reiner Neugier alle möglichen Krabbeltiere eingesammelt und anschließend in der Küche zubereitet. Dabei merkte ich schnell, dass mir das Insektenkochen großen Spaß machte. Ich probierte unterschiedliche Rezepte aus und bot schließlich in 2001 den ersten Insektenkochkurs in Deutschland an. Der Erfolg gab mir recht. Inzwischen finden sich bundesweit immer mehr Interessierte, die sich die richtige Zubereitung von Heuschrecken, Mehlwürmern und Grillen zeigen lassen. Wenn Sie auch auf den Geschmack gekommen sind und selber Insekten kochen möchten, finden Sie hier nähere Informationen dazu.

Ganz nebenbei stellen essbare Insekten auch eine gute Möglichkeit dar, auf ökologischer Basis tierisches Eiweiß für die menschliche Ernährung zu gewinnen. Mit der gleichen Menge Getreide, die für die Erzeugung von 1000 g Rindfleisch, 3000 g Schweinefleisch oder 5000 g Geflügelfleisch nötig ist, können 9000 g essbare Insekten produziert werden. Außerdem kommt es bei der Züchtung von Insekten nicht zu Tierquälereien durch Massentierhaltung, da viele von ihnen schon von Natur aus in großen Gruppen leben. Medikamente müssen ebenfalls nicht eingesetzt werden, weil die Insekten schon in kurzer Zeit ihre volle Größe erreichen und dann sofort verarbeitet werden.

Zusammen mit meinem Partner Michael Iselt biete ich seit 2013 Insekten aus kontrollierter Zucht für den menschlichen Verzehr an. Bei uns können Sie alles bestellen, was Sie zum Insektenkochen benötigen. Daneben bieten wir auch leckere Süßigkeiten mit Insekten an, die sich prima als Werbegeschenke oder Partygags eignen. Näheres zu unserem Insektenvertrieb finden Sie hier. Ich freue mich auf Ihren Besuch und bin sicher, dass Sie auch ohne Dschungelcamp bald selber gerne Insekten essen.